Jan
08

Der Hobbyfotograf nimmt dem Berufsfotograf den Job weg!

Autor: Calvin Hollywood // Geschrieben in: News

Der Hobbyfotograf nimmt dem Berufsfotograf den Job weg!

Hallo zusammen

Immer wieder höre ich, dass die Hobbyfotografen den Berufsfotografen die Jobs wegnehmen. 

Aber warum ist das so? Und wie kann man das vermeiden? 

Genau darum geht es im heutigen Blogeintrag. 

Ich bin schon sehr gespannt auf euer Feedback. 

Eine Sache würde ich mir dabei wünschen: Argumentiert anständig!!!! 

Viel Spaß mit dem heutigen Blogeintrag!


TONY (BERUFSFOTOGRAF) VS. CHRIS (HOBBYFOTOGRAF)
Tony ist schon seit 15 Jahren Berufsfotograf und hat schon viele tolle Jobs durchgeführt. In den letzten Jahren läuft es allerdings nicht mehr so gut. Immer wieder muss er sich anhören, dass ein anderer "Fotograf" günstiger ist. 

Der andere Fotograf ist Chris. Chris hat sich vor ca. einem Jahr eine Kamera gekauft und fotografiert so ziemlich alles was ihm vor die Linse kommt. Seit einem halben Jahr zieht es sich auch regelmäßig Tutorials rein und fotografiert das ein oder andere Hobbymodel. 

Tony hat sich auf die Hochzeitsfotografie spezialisiert. Vor ein paar Tagen hat ihn ein Paar kontaktiert und sich nach seinen Preisen erkundigt. Mit 2.000 Euro haben sie allerdings nicht gerechnet. Tony kann das nicht verstehen….Leistung hat eben seinen Preis!!!

Chris wurde vor einigen Tagen von einem Pärchen (Freunde seiner großen Schwester) kontaktiert und gefragt ob er nicht ihre Hochzeit fotografieren will. Chris hat mal bei einer Hochzeit etwas mitfotografiert, aber so komplett alleine? Wow, der erste Job!!! Chris verlangt 550 Euro und das Pärchen freut sich einen günstigen Fotografen gefunden zu haben, der auch noch schöne Bilder macht. 
 


„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.“
(John Ruskin)



DIE HOCHZEIT
Chris hatte sich inzwischen schon mit dem Pärchen getroffen und genau vereinbart was für Bilder erstellt werden sollen. Wie so eine Hochzeitsreportage ablaufen soll, hat er in einem Tutorial auf Youtube gesehen.

Leider war das Licht in der Kirche nicht so wie im gezeigten Video. Das Wetter spielte auch nicht mit und komischerweise dauerte alles viel länger als geplant. Ein paar wichtige Momente hat Chris auch verpasst, weil ihn der Pfarrer ein paar mal komisch anschaute. Ständig haben auch Bekannte und Verwandte dazwischen fotografiert. Sein erstes mal hat er sich anders vorgestellt. 

DIE FINALEN BILDER
Chris kennt sich relativ gut mit Photoshop aus und nach ca. 6 Stunden Retusche, hatte er die Bilder noch einigermassen gut aufgewertet und auch die etwas schlechteren Bilder gerettet. Hey, das war sein erstes mal und dafür war er ganz zufrieden. Fürs schlechte Wetter und das geringe Licht in der Kirche kann er doch auch nichts für. 


"Es wird immer einen geben, der es billiger macht".


billiger

WAS HAT CHRIS FALSCH GEMACHT?
Es handelt sich hierbei natürlich nur im ein fiktives Beispiel, aber ich denke solche Fälle erlebt der Berufsfotograf leider immer wieder. Und es spielt hier wirklich keine Rolle ob man Hochzeiten fotografiert oder journalistisch tätig ist. Die Hobbyfotografen, welche das Geld nicht unbedingt brauchen, nehmen den Berufsfotografen die Jobs weg. 

Ich glaube nicht, dass Chris (Hobbyfotograf) etwas falsch gemacht hat. Hätte er ablehnen sollen? Warum? Er braucht diese Erfahrung und wird beim nächsten mal sicher vieles besser machen. Nach zwei bis drei Hochzeiten verlangt er 800 Euro und nach zwei weiteren Jahren, bekommt er von einem Tony die Jobs weggenommen. 
 


"Wenn der Hobbyfotograf, dem Berufsfotografen den Job wegnehmen kann, hat der Berufsfotograf etwas falsch gemacht". (Calvin Hollywood)


WAS HAT TONY FALSCH GEMACHT?
Nach meinem etwas provokativeren Zitat, bin ich euch nun sicher eine Erklärung schuldig. Was hat Tony hier falsch gemacht? Er hat doch nur das verlangt, was er auch wert ist. 

Wenn Tony das nur ein bis zwei mal passiert, hat er sicherlich nichts falsch gemacht. Es gibt aber Fotografen, denen passiert das ständig. Und dann wird sich ein Chris gesucht, der die Schuld trägt. Das ist in etwas so wie wenn man bei zu dunklen Bildern, die Schuld auf eine schlecht beleuchtete Kirche schiebt (das hat Chris getan). 


"Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe" (Willy Meurer)


Guilty

MEINE TIPPS AN ALLE BERUFSFOTOGRAFEN
Ich möchte euch nun ein paar Tipps geben. Diese Tipps sollen helfen das Risiko, dass euch ein Hobbyfotograf den Job wegnimmt, einzuschränken. 

  1. Argumentiert in "Nutzen". Das Pärchen wollte keine Bilder, sondern Erinnerungen. Beschreibt wie wichtig diese Erinnerungen sind. Es wäre sehr schade, wenn man aufgrund mangelnder Erfahrung, diese Erinnerung und Momente verpasst. 
  2. Erwähnt, dass der Kunde von eurer jahrenlangen Erfahrung profitieren kann. Der Mensch liebt Sicherheit und diese könnt ihr garantieren, da ihr schon viele Situationen gemeistert habt. Ein Hobbyfotograf hat diese Erfahrung nicht. 
  3. Erwähnt NICHT, dass eurer Preis so hoch ist weil ihr eure Kamera und Versicherungen bezahlen müsst. Es geht um den Bedarf des Kunden und der reagiert eher auf Argumente, welche ihm etwas bringen. 
  4. Arbeitet an eurer Marke. Jemand der Nike möchte kauft sich keinen "No Name Schuh", obwohl dieser evtl. genau so gut ist. Positioniert euch sowohl online als auch offline als Experte. 
  5. Haltet nicht an einer Zielgruppe fest, die Qualität und Erfahrung nicht schätzt. Wechselt die Zielgruppe!! Wartet damit nicht zu lange!


MEINE TIPPS AND ALLE HOBBYFOTOGRAFEN
Nun kommen ein paar Tipps an Hobbyfotografen, welche die Chance auf den ein oder anderen Job natürlich wahrnehmen möchten. 

  1. Nehmt Jobs wirklich nur dann an, wenn ihr der Aufgabe gewachsen seid. Die meisten Jobs sind keine Experimente, dafür gibt es freie Shootings. 
  2. Empfehlt einen Berufsfotografen und fragt ihn ob ihr ihn dabei unterstützen könnt. Da lernt ihr viel mehr, wie wenn ihr euch alleine durch einen Auftrag kämpft. 
  3. Einmal billig – immer billig. Nicht ganz, aber es ist unheimlich schwer plötzlich viel mehr Geld zu verlangen. Steigt erst dann ein wenn ihr der Aufgabe gewachsen seid und dann verlangt auch gleich mehr. 
  4. Es ist ok am Anfang auf etwas für die Referenz zu machen. Macht das aber nicht ständig, das erschwert euch den Einstieg in die Auftragsarbeit. 
  5. Tolles Fotos machen reicht nicht aus. Kommunikation mit dem Kunden, Planung der Jobs, Plan B bei ungeplanten Situationen usw. Könnt ihr das wirklich alles handhaben? Falls nicht, Tipp Nr. 2

FAZIT
Ich möchte euch nun um etwas bitten. Bitte legt nicht jedes Wort hier auf die Goldwaage. Ich lege hier keine Fakten fest, sondern poste meine Meinung und Erfahrung. Wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt, könnt ihr diese gerne posten. Evtl. habt ihr ja noch den ein oder anderen Tipp. Ich weiß auch, dass es immer Ausnahmen gibt, auf die meine Punkte weniger zutreffen. 

Ich freu mich auf eine anständige Diskussion, zu einem nicht immer einfachen Thema. 

In diesem Sinne…

lg Calvin
http://www.calvinhollywood-store.com

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Kommentare (115)

  • 26.01.2015 at 12:57 |

    Recht hast du. Aber viele Kunden denken wohl nicht im Voraus an den Mehrwert, den ein Berufsfotograf mit sich bringt. Und die meisten Berufsfotografen können sich wohl nicht richtig verkaufen und argumentieren.

    Leider seh ich auch sehr oft in Schaufenstern von Fotografen unzählige 0815-Hochzeitsbilder etc…. ganz ehrlich, da würde ich als Kunde dann auch keinen Mehrwert gegenüber einem ambitionierten Hobbyfotograf sehen.

  • 29.01.2015 at 12:27 |

    Der zweite Versuch einen Kommentar zu hinterlassen (beim ersten hatte ich leider keinen Erfolg)

    Ich bin Chris.
    – Nein! Natürlich nicht!
    Aber ich bin Hobbyfotogräfin mit Leidenschaft.

    Meist bin ich mit meinem Hobbyfotografenstatus zufrieden. Denn nichts anderes ist so wichtig, wie die Freude, die ich an der Fotografie habe. In der Fotografie habe ich für mich eine Art neue Berufung gefunden, nachdem ich meinen Job als examinierte Krankenschwester nicht mehr ausüben kann. Eine Aufgabe, die nicht nur ich mir stelle, sondern die auch andere an mich herantragen, seien es einzelne Shootings, mein „Spezialgebiet“ der Makrofotografie oder eben eine Hochzeit. (Okay ich geb zu, dass ich gefragt werde eine Hochzeit zu fotografieren passiert nicht wirklich häufig.

    Wie schon geschrieben kann ich meinen eigentlichen Beruf nicht mehr ausüben. Und das nun seit 2,5 Jahren…
    Mir fehlt mein Beruf und die Aufgaben, die er mir brachte. (Und natürlich auch das Geld, dass ich damit verdient habe)
    Deswegen überlege ich immer öfter, wie ich mein Hobby und meine Leidenschaft zum Beruf machen könnte.
    Wie stellt man das an? Geht das überhaupt oder würde ich dann, wie viele andere Berufsfotografen meine Freude und meine Leidenschaft verlieren, weil ich mich aufs Geld verdienen konzentrieren und nicht mehr meine Ideen sondern die Wünsche der Kunden umsetzen muss?

    Ein Widerspruch in sich:
    Wie könnte ich die Freude verlieren, wenn es doch ebenso viel Freude macht, den „Auftraggeber“ glücklich zu sehen. Es gibt nichts Schöneres und keinen größeren Dank, als das glückliche Gesicht eines zufriedenen Auftraggebers.

    Selbst bei der ersten Hochzeit, die ich fotografiert habe ist es mir gelungen, diesen Gesichtsausdruck bei den frisch Vermählten zu sehen. Ich habe ihre Erinnerungen eingefangen und haltbar gemacht. Die schönen Momente festgehalten und „in einen Rahmen gebracht“. Obwohl ich mich genauso den oben beschriebenen Problemen gegenüber sah, schlechtes Licht in den Räumen, gleißendes Licht draußen und Sonnenschein der nicht nur dafür sorgte, dass die Torte dahinschmolz, sondern auch das Make up und die es fast unmöglich machte keine hässlichen Schlagschatten zu fotografieren. Trotz allem theoretischem Wissen, dass ich mir vorab angelesen hatte, schlichen sich Fehler ein, die sich am besten durch fehlende Routine erklären lassen. Dennoch sind mir doch sehr viele Bilder wirklich gelungen und ich habe eine Menge gelernt.
    Und:
    Sie sind wirklich glücklich mit ihren Bildern und ich bin es auch und auch verdammt stolz drauf!

    Zurück zum Thema:
    Profi werden – was gehört dazu?
    Kann ich mich mit meiner alten 40D und meinem Low-Budget-Equipment wirklich als Profi auf einem hart umkämpften Markt, auf dem, auch wenn dies immer negiert wird, jeder die neuste und beste Technik und Ausstattung bewirbt, etablieren?
    Wie begegne ich Veranstaltungsteilnehmern (Beispielsweise auf einer Hochzeit), die ein besseres Eqipment- also eine bessere Kamera haben, als der „gebuchte Fotograf“ (ich) ?
    Kann ich mich überhaupt durchsetzen, wenn ich noch nicht mal ein Studio habe – also keine schlecht-Wetter-Alternative für Portrait- und Fashionshoots?
    Wie mache ich mich selbst zum Profi? Bisher habe ich viel für Freunde fotografiert- also sowieso kostenfrei oder auf TfP- Basis um mir überhaupt erst mal Referenzen zu schaffen. Wenn ich nun anfange Geld zu verlangen, fürchte ich, dass die Leute, die ein Shooting suchen, sich lieber einen neuen Hobbyfotografen, der auf TfP fotografiert suchen.
    Denn mal ehrlich, dass Problem haben ja nicht nur Berufsfotografen, sondern ebenso die Hobbyisten, die sich ein wenig dazu verdienen wollen: kaum einer ist bereit, viel Geld für Fotos auszugeben und es gibt immer „einen der es billiger macht“ Ich weiß das, denn ich war bisher ja einer von denen 😉
    Zum Profi werden gehört wesentlich mehr, als sein können hinter der Kamera für Geld anzubieten. Wann muss ich Gewerbe anmelden? Wie funktioniert das mit den Steuern und wie viel muss ich einnehmen, um nach Abzug aller „Bankrotts“, auch wirklich von der Fotografie leben zu können?

    Von ganz banalen Alltagsproblemen wie Beispielsweise, dass ich nicht einmal ein Auto habe, also überhaupt nicht mobil bin mal abgesehen, gibt es so viel zu beachten und zu lernen bevor man überhaupt ernsthaft darüber nachdenken kann, Berufsfotograf zu werden. Und es ist auch nicht wirklich leicht, diese Informationen zu bekommen über sie aus der Flut der Informationen (z.B. im Internet) heraus zu filtern.

    Und wie so oft verzettel ich mich bei diesem Vorhaben, genauso wie ich mich beim schreiben meines Kommentars total verzettel und vom Hundertsten ins Tausendste komme, um dann von Vorne zu beginnen:
    Profi werden – aber wie?

    liebe Grüße
    Ute

  • Ute Wünsche- Keller
    29.01.2015 at 12:30 |

    Jetzt habe ich vergessen die Mailbenachrichtigung für weitere Kommentare zu aktivieren und muss dafür noch einen Beitrag schrieben….
    sorry – lösch den einfach wieder!

  • Norbert Erler
    21.10.2015 at 16:45 |

    „Wenn der Hobbyfotograf, dem Berufsfotografen den Job wegnehmen kann, hat der Berufsfotograf etwas falsch gemacht“.

    Dieser Satz ist etwas nassforsch, denn es geht bei der bildnerischen Darstellung um 2 Dinge: Geschmack und der ist nicht diskutierbar und den Preis.
    Letzterer ist natürlich von jemanden, der „Querverdiener“ (ich weiß, nettes Wort für jemanden, der nicht ausschließlich seine Brötchen mit der Fotografie verdienen muss) ist, günstiger (nicht billiger) zu gestalten, als vom Fotografen, der seinen Lebensunterhalt damit verdienen muss.
    Was die Preisgestaltung anbelangt, zeigten ja in letzter Zeit große Unternehmen, wie sie die Arbeit der Fotografen „wertschätzten“ (NULL Honorar, dafür aber die Erlaubnis zu bekommen für X oder Y gearbeitet zu haben – sehr schäbig!!!)
    Die Kameras sind immer einfacher zu bedienen und machen es den Amateuren heute sehr leicht wirklich gute Bilder anzuliefern. Es wird ja auch „geballert was das Zeug hält“. Allein 2014 sind mehr Bilder publiziert worden, als seit Bestehen der Fotografie davor. Tendenz nicht fallend!
    Bedeutet? Es wird weiterhin eine sehr große Schar derer geben die ihre Bilder vermarkten werden und auch können, weil die Qualität nicht schlecht ist.
    Zu analoger Zeit, als man noch fast alles manuell einstellen und die Bilder in eigenen Dunkelkammern selber herstellen musste (wenn man kein eigenes gutes Labor kannte), war die Herstellung von Fotos um ein vielfaches aufwendiger (und kostenintensiver) als heute. Sicher gab es da auch schon Hobbyfotografen, aber sie durften keine Aufträge annehmen, weil die Fotografie entweder der Handwerksordnung (Meisterpflicht) oder eben einer adäquaten Ausbildung (Fotodesigner) unterlag. So gab es tatsächlich Urteile, dass man sich als studierter Fotodesigner bei der Handwerkskammer in die Rolle eintragen lassen musste, wenn man nicht „Kunst“, sondern „Handwerk“ schuf. (jajaja, ist lächerlich, ich weiß)
    Doch zurück zum Eigentlichen:
    Heute gibt es diese Meisterpflicht nicht mehr und jeder darf seine Tätigkeit frei anbieten und Preise verlangen, wie er möchte. Ob diese Preise nun wirtschaftlich vernünftig sind, steht auf einem anderen Blatt. Tatsache ist, dass die Schar der Fotografierenden heute sehr groß aber der Kuchen nicht größer geworden ist. Das bedeutet natürlich, dass das Preisgefüge „löcheriger“ wird. Das „Wildern“ (wenn ich das jetzt einmal so nennen darf) ist einfach geworden.
    Nicht jeder verlangt das „optimale Bild“ (was ist das überhaupt?), wenn es um den Preis geht. Es wird eben immer öfter gefragt „Wie teuer ist das denn?“.
    Der Nebenverdiener kann sich lächelnd zurücklehnen, denn das Wort Dumping hat bei ihm eine ganz andere Wertigkeit. Das arme Fotografenschwein hat dann leider sehr oft das Nachsehen.
    Es wird (vielleicht!?!) immer die Fotografen geben, denen es sehr gut geht. Das liegt aber nicht unbedingt an der Biidqualtität, sondern an der Popularität von wenigen Bildschaffenden (ich vermeide absichtlich das Wort „Künstler“). Die Masse wird nur noch über den Preis geschoren und der hat mittlerweile den Stand der Lächerlichkeit erreicht.
    Eine Schuldzuweisung sollte nicht geschehen. Man muss als kreativ Schaffender immer auf der Suche nach Interessantem sein. Man muss sich immer wieder „neu erfinden“, denn wenn jemand etwas (einen Bildlook z. B. ) geschaffen hat, dann dauert es nicht lange und es wird nachgemacht, was das Zeug hält (und noch nicht einmal schlecht, denn in den Netzen (Youtube) kursieren ja genügend „Gebrauchsanleitungen. Da ist es ein Leichtes den Look vom Schaffenden X oder Y nachzumachen. Fotografie ist inflationär geworden.
    Fazit:
    Nein, der Hobbyfotograf nimmt dem Profi den Job nicht weg. Die Möglichkeit heute gute Bilder herzustellen ist so einfach geworden, dass Preise verfallen können. Der reine Profifotograf wird oft überflüssig. Es ist aber nicht der erste Beruf, der in den letzten Jahren gestorben ist.

    • Thomas Mayer
      10.01.2016 at 22:25 |

      Genau so wie es Norbert beschrieben hat, ist es !!! Die letzten 3 Zeilen bringen es absolut auf den Punkt, es gibt nichts hinzuzufügen. Na dann allen “ Gut Licht „, Thomas ( übrigens Profifotograf aus Leidenschaft seit über 30 Jahren )

  • 21.12.2015 at 09:47 |

    Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre. -Robert Bresson

  • Norbert
    11.01.2016 at 09:29 |

    Guter Artikel.
    Dazu mein Statement:
    Ich sehe mich selbst als Hobbyfotografen, stehe dazu und nehme daher überhaubt keine Aufträge an, wo es meiner Meinung nach um wichtige Ereignisse geht (sei es die Taufe des Kindes, die Hochzeit usw.).
    Dafür habe ich gute bis sehr gute Berufsfotografen in meinem Bekanntenkreis, die ich da immer wieder zu gern vermittle.

    In diesem Sinne: Hobby bleibt Hobby. Von nem Profi bin ich persönlich noch sehr sehr weit entfernt 🙂

  • Robert
    11.01.2016 at 10:50 |

    Als Hobbyfotograf schaue ich stets mit Bewunderung auf die Fotos meiner Idole. An die Profis die Jahrelang dies hauptberuflich machen, kommt man doch nie ran, aber aufgeben ist nicht 
    Bei der Kommunion meiner Tochter hat die Elterngruppe zum Fotografieren eine Profifotografin eingeladen, hoch bezahlt, hoch gelobt, Meistertitel, auf der ganzen Welt schon gearbeitet etc.
    Da dachte ich, die wird das schon machen, Kamera bleibt zuhause und ich kann ablenkungsfrei feiern. Dann stand sie da, 2 Bodys APS-C mit Lichtschwachen Linsen, Standard und Weitwinkel. Da dachte ich mir wenn die damit in der dunklen Kirche gute Fotos macht werde ich meine Ausrüstung verkaufen und mir alles neu kaufen in der Qualität und vom Rest des Geldes eine kleine Reise machen. Es ist mir völlig klar das nicht die Kamera die Fotos macht usw..
    Als wir die Fotos (946 Stück!!) dann auf DVD erhielten, kleine JPG Formate ca. 1mb, war ich von der Qualität entsetzt und stinksauer, wir haben auch nicht wenig für die DVD bezahlt.
    Die Jpg´s wurde alle mit einem Filter überzogen, die den Fotos jegliche Schärfe nahm und alles schön glatt gezogen hat. So hat man das Rauschen mit allen Details beseitigt. Um die Situation etwas zu retten habe ich die gute Dame angerufen und um die RAW´s gebeten, vielleicht hätte ich da noch etwas rausholen können.
    Als Antwort bekam ich dann: Raw hatte ich nicht fotografiert, da ich sonst nicht so viele Fotos mache könnte.
    Ich habe einen bösen Brief a die Frau geschrieben, den ich nach einer Woche auf dem Schreibtisch weg geworfen habe, dieser hätte nichts geändert.
    Der Ordner ist der einzige der seit 2012 auf meiner Platte unsortiert und unbearbeitet liegt.

  • 11.01.2016 at 12:35 |

    Vorweg möchte ich kurz erwähnen, dass ich mich auch vom „Chris“ zum „Tony“ entwickelt habe. Das war eigentlich nur möglich, weil ich glaube, dass einige Berufsfotografen mit jahrelanger Erfahrung einfach nicht mit der Zeit gehen. Das fängt allein schon beim Umgang mit den Kunden an, ich höre von meinen neuen Kunden immer wieder, dass sie sich einfach bei der Konkurrenz nicht wohlgefühlt haben. Wenn ich als alt eingesessener Berufsfotograf merke, dass mir ein „Neuling“ mit höheren Preisen die Kunden wegschnappt, sollte ich doch vielleicht nicht rumheulen, sondern mir überlegen, warum dies überhaupt möglich ist und vielleicht etwas am eigenen Konzept ändern.
    Ich denke, man muss auch differenzieren, ob man im Bereich Business oder mehr private Shootings fotografiert. Bei privaten Shootings erwarten die Kunden schon eine gewisse Qualität, aber man muss keine High-End-Retuschen anbieten um die Kunden zufrieden zu stellen. Ich höre öfter, dass man mit manchen Preisen ja nicht zurecht kommen kann, da man ja für die Bearbeitung der Bilder schon Stunden benötigt. Ich denke, wenn man halbwegs mit Photoshop umgehen kann und das richtige Basismaterial fotografiert hat, ist die Bearbeitung recht schnell erledigt. (Übrigens hat mir hier „Brutal schnell“ wirklich geholfen 😉 ) …und so kann man auch ganz anders kalkulieren. Ausserdem wohne ich in einer ländlichen Gegend, wo allein die Studiomiete schon um die Hälfte geringer ist als in der Stadt.
    Im Businessbereich sieht das schon ganz anders aus, hier wird es kaum möglich sein einem Fotografen, der sein Handwerk noch von der Pike auf gelernt hat und sich weitergebildet hat, die Kunden wegzugraben. Hier sind die Ansprüche weitaus größer und man muss viel mehr Hintergrundwissen haben. Ich selbst bitte bei Aufträgen im Businessbereich meist darum, dass ich Probeaufnahmen machen darf. So kann ich mit dem Kunden anhand der Bilder besser besprechen, was ich ändern muss und auch so den Preis besser kalkulieren. Das kommt natürlich auf die Art der Fotos an und ist auch nicht bei jedem Kunden möglich. So nehme ich hier aber nur Aufträge an, die ich auch wirklich den Erwartungen entsprechend abliefern kann.
    Mein zweites Standbein ist die Stockfotografie, auch hier gibt es immer wieder Diskussionen über die sinkenden Preise und die steigende Konkurrenz. Aber auch hier ist es so, selbst wenn in einer Agentur inzwischen Millionen von Fotos angeboten werden, wenn ich mir Gedanken mache, wie man vielleicht ein Foto nutzen könnte und ich vernünftige Qualität abliefere, stimmt der Umsatz trotzdem.
    Es ist halt wie in vielen anderen Berufen auch, von nichts kommt nichts und man muss schon gasgeben und sich weiterentwickeln, wenn man etwas erreichen will … egal ob Hobby- oder Berufsfotograf. Und … wer will, der kann … und das gilt für Jeden denke ich.

  • Hendrik
    15.07.2016 at 12:53 |

    Hobby- und Berufsfotograf sollten mit einer Art Zulassung unterschieden werden.

    Ein Berufsfotograf (Profi) ist ein Fotograf der durch sein angemeldetes Gewerbe sein Einkommen sichert. Dieser zahlt im Normalfall auch Einkommensteuer, Gewerbesteuer. Ausser er ist als Freiberufler tätig dann kann er die Gewerbesteuer vermeiden. Er ist freiwillig Krankenversichert und kümmert sich um seine Rentenzahlungen um im Alter abgesichert zu sein.

    Der Hobbyfotograf geht einen normalen Beruf nach und ist durch diesen abgesichert (Krankenversicherung, Rente). Mindestens 24 Stunden in der Woche müsste der Hobbyfotograf seinen Job ausüben sonst würde es als Scheinselbstständigkeit zählen.

    Demnach bin ich der Meinung es sollte eine Art Führerschein oder Zulassung ausgestellt/beantragt werden die man vorweisen kann. So das nur diese berechtigt wären z.B. eine Hochzeits- Tagesbegleitung zu fotografieren.

    Das soll jetzt keineswegs heißen das der Hobbyfotograf besser oder schlechter wäre wie der Profifotograf. Nein, aber dadurch würde sich vermutlich diese unangenehme Situation entschärfen.

  • 03.08.2016 at 13:04 |

    Tach zusammen,

    Bin gerade auf diesen Blog gestoßen und bin förmlich beim Lesen der Kommentare und Antworten hängen geblieben.
    Ich selbst betreibe die mir selbst beigebrachte Fotografie als Hobby auf Mittelalter-Events auf kostenloser TFCD-Basis, da ich selbst in dem Bereich aktiv bin. Zwar habe ich auch schon mal auf ner Hochzeit fotografiert, aber nur, weil ich daraus ein Video als Hochzeitsgeschenck für das Brautpaar machen wollte.
    Die damals angagierte Fotografin kam mittags zur Hochzeit und ging dann ca. 16:00 wieder. Was dazu führte das von der anschließenden tollen Stimmung der Feier eigentlich nur durch mich Bilder existieren.

    Da ich bisher eigentlich nur positive Resonance über meine Bilder bekommen habe und auch das eine oder andere mal gefragt wurde, ob ich zum fotografiern kommen würde (darunter auch eine mittelalterliche Hochzeit)hab ich mir überlegt ein Kleingewerbe für Event-Fotografie als zweites Standbein auf zu bauen.
    Macht mich das zur Konkurrenz für Profifotografen? Ich würde sagen Nein.
    Auf den Veranstaltungen, auf denen ich mich so rumtreibe, habe ich -außer ein paar Lokal-Journalisten- noch nie einen Profi gesehen. D.h. ich würde lediglich eine Nische bedienen die bisher noch nicht belegt ist.
    Ich mache jedoch vorher immer klar das ich kein ausgebildeter Profi bin. Ich würde mich auch nie als besseren Fotografen beuzeichen, als jemand, der das schon länger macht. Daher sehe ich mich nicht als Konkurrenz, sondern als Nischen-Bereicherung.

    Wenn Ihr Lust habt, könnt Ihr meine bisherigen „Arbeiten“ ja mal ansehen.

    http://www.mac-hare.de
    facebokk.com/MacHares.Fotos

    • 03.08.2016 at 13:18 |

      Hallo Marc,

      ein Gewerbe (egal ob oder ohne Kleingewerberegelung) brauchst Du nur solange Du Einnahmen hast, denke ich.

      • 03.08.2016 at 13:19 |

        Oh entschuldige, Alec natürlich. Wie komme ich auf Marc? Wahrscheinloch, weil ich Deine Webadresse nicht richtig gelesen habe 🙂

      • 03.08.2016 at 13:41 |

        So meinte ich es ja.
        Wenn ich zu einem Event fahre, zu dem ich sowiso wollte fallen mir schließlich keine Kosten an, außer der Zeit für die Nachbearbeitung.
        Fahre ich jedoch zu einem Event zu dem ich als „Fotofgraf“ gebeten wurde, fallen mir Kosten wie Benzin und evtl. Übernachtung an, da ich bis jetzt aus Prinzip keinen Obulus dafür verlange.
        Das auf dauer kostenlos zu machen wird nicht gehen. Kleinere Posten sind da noch gar nicht gerechnet.
        Kleines Beispiel:
        Nachdem ich mit meiner Kamera auf einen Event eingeladen war, wollte man nicht nur ein paar einzelne Bilder, sondern alle, da sie alle gefallen haben. Also hab ich ne DVD gebrannt ein Bookled für die Hülle gemacht und das ganze per Post geschickt.
        Das alles waren dann zwar dann nur ca. €8,- + Zeit (Benzin für insg. 6 Std. Fahrt nicht eingerechnet), aber sowas kann/kommt öfters vor(kommen).

        Daher die Überlegung mit dem Kleingewerbe um in solchen Fällen meine Kosten zumindest mal decken zu können.

        • 03.08.2016 at 14:13 |

          Ich würde erst einmal abchecken, ob überhaupt jemand bereit ist, Deine Unkosten decken zu wollen.
          Haben wollen viele Vieles, aber wenn es dann was kosten soll, fragen sie auch schon mal jemand anderen, der es noch umsonst macht.
          Wenn Du nur Kosten decken willst und das Kleingewerbe vielleicht sogar dazu nutzt, Verluste geltend zu machen, meldet das Finanzamt auch irgendwann Dein Kleingewerbe wieder ab.
          Und wenn im Verlauf des Jahres ein paar Euro zusammenkommen, brauchst Du nicht mal ein Gewerbe anmelden, solange Du es als Hobby machst, und kannst es mit Deiner normalen Steuererklärung abrechnen, insofern Du den Kunden Quittungen ausstellst. Deine Kosten gegen rechnen und den Gewinn in die Steuererklärung eintragen.
          Trotzdem Vorsicht. Wenn was passiert und Du hattest ausgerechnet dafür einen offiziellen Auftrag, wird die private Haftpflicht dafür nicht aufkommen.

          • 03.08.2016 at 14:19 |

            Mir wurde damals angeboten die Materialkosten zu decken, habe aber abgelehnt, da ich der Meinung war/bin, daß das nur geht wenn ich angemeldet bin (inkl. Finanzamt).

          • 03.08.2016 at 14:53 |

            Lass Dich einfach mal von einem Fachmann beraten. Dafür bin ich nicht der Richtige. Habe auch als Kleingewerbler begonnen. Aber von Anfang an mit dem Ziel Geld zu verdienen. Seit ein paar Jahren tue ich das. Für solche Kleinstgeschäfte, ohne Gewinnabsicht, ist kein Gewerbe vorgesehen, wenn ich nicht irre. Und wie gesagt, stellt das Finanzamt fest, dass Du keine Gewinnabsicht hast, machen sie Dir über kurz oder lang sowieso einen Strich durch die `Rechnung`. Das nennen die dann Liebelei (kein Scherz).
            Frag mal einen Steuerberater. Ich schätze, der wird Dir raten, Deine Einnahmen gegen die Kosten zu halten und alle Quittungen aufzubewahren. Wenn Du nur Dein Material abrechnest, übersteigen die Geamtkosten in jedem Fall Deine Einnahmen. Was willst Du denn da mit dem Finanzamt abrechnen?

            Also, wenn Du kein Geld verdienen möchtest, vergiss das Gewerbe. Frag einen Steuerberater.

  • 29.12.2016 at 15:59 |

    einfach ein richtig geil geschriebener Artikel, der beide Seiten reflektiert und eben nicht mit dem Finger zeigt. Am Ende siegen stets die Schnellen oder die Großen. Veränderung muss jedoch jeder Profi, egal aus welcher Branche kommend, als Chance begreifen. Leider ist mir keine Branche bekannt, bei der man ohne Zutun an der Spitze bleibt. Liebe Grüße

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